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10 Tage Akupressur (8/10)



Tag 8: Weite im Brustraum – Akupressur für Atem, innere Ruhe und emotionale Balance


Manchmal merken wir erst am Atem, wie sehr uns der Alltag zusammenzieht. Die Schultern stehen höher als sonst, der Brustkorb wirkt eng, der Atem bleibt flach. Wir funktionieren weiter, aber der Körper sagt längst: Es ist zu viel. Gerade der Atem ist eine stille Brücke zwischen Körper und Gefühl. Er reagiert auf Stress, Angst, Anspannung und Erschöpfung — und er kann zugleich ein Weg zurück in mehr Ruhe sein.


An Tag 8 unseres Akupressur-Kurses geht es deshalb um Brustraum, Atem und emotionale Weite. Akupressur ersetzt keine medizinische oder therapeutische Behandlung. Sie kann aber helfen, für einige Minuten bewusster zu atmen, den Körper wahrzunehmen und den inneren Druck nicht nur im Kopf zu bearbeiten. Das National Center for Complementary and Integrative Health weist darauf hin, dass Akupunktur und verwandte Verfahren je nach Anwendungsbereich unterschiedlich gut untersucht sind und sicherheitsbewusst betrachtet werden sollten.


Ein zentraler Punkt ist Ren Mai 17, in der Mitte des Brustbeins, ungefähr auf Höhe der Brustwarzen. Statt kräftig zu drücken, legen Sie eine flache Hand auf den Brustraum. Spüren Sie, wie sich der Brustkorb beim Einatmen hebt und beim Ausatmen senkt. Der Kontakt soll weich sein. Dieser Punkt eignet sich besonders dann, wenn man das Gefühl hat, innerlich eng, gereizt oder übervoll zu sein.


Dazu passt Lunge 7, ein Punkt am Unterarm nahe dem Handgelenk. Wenn Sie Daumen und Zeigefinger locker spreizen, liegt er oberhalb des Handgelenks auf der Daumenseite, in einer kleinen Vertiefung am Knochenrand. Massieren Sie diesen Punkt sanft mit dem Daumen der anderen Hand. Atmen Sie dabei ruhig ein und etwas länger wieder aus. Es geht nicht darum, besonders tief zu atmen, sondern den Atem wieder freundlicher und freier werden zu lassen.


Der dritte Punkt ist Perikard 6, auf der Innenseite des Unterarms, etwa drei Fingerbreit unterhalb der Handgelenksfalte zwischen zwei Sehnen. Er ist ein guter Punkt, wenn innere Unruhe körperlich spürbar wird: Druck, Aufregung, Nervosität, ein zu schnelles inneres Tempo. Sanfter, gleichmäßiger Druck genügt. Wechseln Sie nach etwa einer Minute die Seite.


Zum Abschluss eignet sich Yintang, der Punkt zwischen den Augenbrauen. Er bringt den Atemraum und den Kopf zusammen. Legen Sie eine Fingerkuppe auf diese Stelle, lassen Sie den Unterkiefer locker und atmen Sie langsam aus. Der NHS empfiehlt bei Atemübungen gegen Stress, den Atem so tief in den Bauch fließen zu lassen, wie es angenehm ist, ohne ihn zu erzwingen.


Eine einfache Routine dauert fünf Minuten: eine Hand auf Ren Mai 17, dann Lunge 7 an beiden Armen, Perikard 6 an beiden Armen und zum Schluss Yintang. Danach bleiben Sie kurz sitzen. Spüren Sie: Ist der Atem etwas weicher? Ist der Brustraum etwas weiter? Ist der Körper weniger im Alarm?

Wichtig: Bei Atemnot, Brustschmerzen, Engegefühl in der Brust, Schmerzen, die in Arm, Rücken, Nacken oder Kiefer ausstrahlen, starker Schwäche, Blaufärbung der Lippen oder plötzlicher Verwirrtheit ist sofort medizinische Hilfe nötig. Der NHS nennt solche Symptome als Gründe für eine sofortige Notfallabklärung.


Akupressur kann den Atem nicht erzwingen. Aber sie kann einen Raum öffnen, in dem der Körper wieder merkt: Ich muss mich nicht weiter zusammenziehen. Ich darf atmen.




Hinweis: Bei Schwangerschaft, akuten Schmerzen, schweren Erkrankungen, Taubheitsgefühlen, Herzproblemen oder unklaren Beschwerden sollte Akupressur nur ergänzend und nach medizinischer Rücksprache angewendet werden. Das National Center for Complementary and Integrative Health weist ebenfalls darauf hin, dass Akupunktur- und verwandte Verfahren sicherheitsbewusst und nicht als Ersatz für notwendige medizinische Behandlung verstanden werden sollten.


Disclaimer / Gesundheitlicher Hinweis

Die Inhalte dieser Kursreihe dienen ausschließlich der allgemeinen Information, Gesundheitsbildung und Selbstwahrnehmung. Sie stellen keine medizinische, therapeutische oder heilkundliche Beratung dar und ersetzen weder eine ärztliche Diagnose noch eine professionelle Behandlung. Es werden ausdrücklich keine Heilsversprechen abgegeben. Die beschriebenen Akupressurübungen können das persönliche Wohlbefinden unterstützen, sind jedoch nicht dazu bestimmt, Krankheiten, Beschwerden oder psychische Belastungen zu diagnostizieren, zu behandeln, zu lindern oder zu heilen.

Bei bestehenden, akuten oder wiederkehrenden Beschwerden, Schmerzen, Schlafstörungen, psychischen Belastungen, chronischen Erkrankungen, Schwangerschaft, Herz-Kreislauf-Problemen oder sonstigem therapeutischen Bedarf ist stets eine Ärztin, ein Arzt oder eine entsprechend qualifizierte medizinische Fachperson aufzusuchen.

Die Anwendung der beschriebenen Übungen erfolgt eigenverantwortlich. Bei Unwohlsein, Schmerzen, Schwindel, Taubheitsgefühlen oder anderen ungewöhnlichen Reaktionen ist die Übung sofort zu beenden und ärztlicher Rat einzuholen.

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